Zum Jahresende: die Kunst der gekonnten Vermischung

Matías Lanz, Alex Jellici  

Am Schloßpark 7
79189 Bad Krozingen

Tickets from €28.25
Concessions available

Event organiser: Kulturamt Bad Krozingen, Basler Str. 10, 79189 Bad Krozingen, Deutschland

Select quantity

Einheitskategorie

Normalpreis

per €28.25

1. Kurgast, Fördermitglied

per €24.85

Student, Schüler

per €10.15

Total €0.00
Prices incl. VAT plus postal and service charges
Mail

Event info

Vater und Sohn Bach sowie besonders des Sohnes Patenonkel Georg Philipp Telemann waren Meister im Vermischen. Italien und Frankereich galten damals als prägende, aber auch fremde Kulturen. Die Suite oder Ouverture war so französisch wie die Sonata italienisch. Im deutschsprachigen Raum übernahm man beides und verstand das als Kunst der gekonnten Vermischung. Doch geht es an diesem Abend noch weiter: die Viola da Gamba, vertrat die Vergangenheit einer instrumentalen Kultur, das Violoncello dagegen deren musikalische Gegenwart und Zukunft. Carl Philipp Emanuel Bach und auch sein Onkel Telemann überwanden die Ansprüche des Barock und komponierten allerneueste Musik. Aber sie nutzen trotzdem den Klang der alten Gambe. Und so ergibt sich an diesem Abend ein ganzer Komplex vielfältiger Vermischungen: von fremd und gewohnt, von gelehrt und galant, von kontemplativ und unterhaltsam, von alt und neu.
Die beiden Musiker des schweizer Ensembles Cardinal Complex nutzen dies aufs Feinste und auch nicht unriskant. Denn eher selten erlebt man innerhalb eines Programms den spieltechnisch nicht unheiklen Wechsel von Viola da Gamba und Violoncello.
Ihr Ensemble spielt in unterschiedlichen Besetzungen. Die Bedeutung des Namen Cardinal Complex setzt sich nach Auskunft der Musiker zusammen aus Cardinal (Kardinalsfarbe Rot: Farbe der Leidenschaft, sinnbildlich für die geteilte und ungebremste musikalische Leidenschaft seiner Mitglieder) und Complex / Complesso im Sinne von Ensemble. Von beidem können wir an diesem Abend genussvoll profitieren: leidenschaftliches Spiel und die hohe Kunst der solistischen Gestaltung wie auch das Ereignis gelungenen Zusammenklangs.

Auf dem Programm stehen folgende Werke:

Georg Philipp Telemann (1681-1767):
- Aus Ouverture pour Clavecimbel in a , TWV 32:12
Ouverture / Allemande / Bourrée / Menuet I/II / Gigue
- Aus Essercizii musici, Sonata in a, TWV 41:a6 für Viola da gamba und Basso continuo
Largo / Allegro / Soave / Allegro
- Aus "Der getreute Music-Meister" Sonate in D, TWV 41:D6 für Violoncello und Basso continuo
Lento / Allegro / Largo / Allegro

Carl Philipp Emanuel Bach (1714 - 1788):
- Aus "Clavier-Sonaten nebst einigen Rondos fürs Forte-Piano für Kenner und Liebhaber", Wq.56/1
Rondo in C
- Aus "Clavier-Sonaten nebst einigen Rondos fürs Forte-Piano für Kenner und Liebhaber, Dritte Sammlung",
Rondo in G, Wq.57/3
- "C.dur Sonata à Viola da Gamba Solo e Basso", Wq. 136
Andante / Allegretto / Arioso

Johann Sebastian Bach (1685-1750):
- "Suitte 1.re a Violoncello Solo Senza Basso", G-Dur, BWV 1007
Prélude / Allemande / Courante / Sarabande / Menuet I/II / Gigue
- Aus "Das Wohltemperirte Clavier oder Præludia, und Fugen durch alle Tone und Semitonia,
so wohl tertiam majorem oder Ut Re Mi anlagend, als auch tertiam minorem oder Re Mi Fa betreffend."
Praeludium und Fuge in C BWV 870 für Cembalo

Location

Schloss
Am Schloßpark 7
79189 Bad Krozingen
Germany
Plan route

Im Süden von Bad Krozingen erhebt sich in einer malerischen Parkanlage das Schloss der Freiherren von Bleichenstein. Als wunderschönes Renaissancegebäude bildet es den stilvollen Rahmen für die einmaligen Schlosskonzerte, bei denen ausschließlich auf historischen Instrumenten gespielt wird. Diese stammen aus dem Bestand der im Schloss untergebrachten Sammlung historischer Tasteninstrumente.

Als ehemalige Propstei des Klosters St. Blasien wurde das Gebäude 1579 durch den Benediktinerabt Caspar II. errichtet. Durch den neuen Besitzer erhielt es im Zuge eines Umbaus im 18. Jahrhundert sein heutiges Aussehen: Reiche Stuckarbeiten und die wertvolle Ausstattung des Festsaals stammen aus dieser Zeit. Im Gegensatz zum Interieur, das im Stil des Rokoko gehalten war, wurde das äußere Erscheinungsbild barock gestaltet und entsprach so dem Repräsentationsbedürfnis der damaligen Zeit. Auch die Schlosskapelle aus dem 17. Jahrhundert erhielt zu jener Zeit ein neues Gesicht und beherbergt seitdem neben dem Marienaltar auch ein kunstvolles Rokoko-Interieur.

Die seit 1974 im Schloss befindliche Sammlung, zusammengestellt vom Cembalisten Fritz Neumeyer, umfasst rund 50 historische Tasteninstrumente. Dazu gehören mit Spinett, Regal, Virginale, Cembali und Hammerflügel die wichtigsten Typen ihrer Zeit, die teilweise noch von 1600 stammen. Die sehr gut erhaltenen Instrumente machen es möglich, Musik vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in ihrem ursprünglichen Klangbild aufzuführen. So erhält jedes der Schlosskonzerte in Bad Krozingen einen einzigartigen Klang und Charakter, den man so nur selten zu hören bekommt.