Freund Hein. Ein theatraler Trauerzug - Premiere

Bursagasse 16
72070 Tübingen

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Event organiser: Zimmertheater Tübingen GmbH, Bursagasse 16, 72070 Tübingen, Deutschland

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Ermäßigungsberechtigt sind:
Schüler, Studenten, Schwerbehinderte, Azubis und Arbeitslose, Inhaber der Kreisbonuscard.
Behinderte Personen mit B im Ausweis erhalten eine ermäßigte Karte. Die Begleitperson erhält eine Freikarte.
Zugänglichkeit Zu unserem großen Bedauern ist das Zimmertheater Tübingen nicht barrierefrei zugänglich. Das Foyer und die Terrasse sind für Rollstuhlfahrer*innen ab sofort über eine mobile Rampe erreichbar – bitte sprecht das Personal an. Bei Fragen hierzu wendet Euch telefonisch unter 07071 92730 oder per Email an anmeldung@zimmertheater-tuebingen.de direkt an uns.
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Event info

Freund Hein. Ein theatraler Trauerzug
Uraufführung
Premiere Samstag, 25. April, 20.00 Uhr
Weitere Termine 2./3./7.*/8.*+/9./14.*/15.*/16./21.*/22.* Mai, jeweils 20.00 Uhr

Ort: Beginn und Ende im Zimmertheater, verschiedene Stationen, die durch eine Stocherkahnfahrt und Fußwege miteinander verbunden sind. 2 Euromünzen für den Fährmann sind erforderlich.
Um angemessene Trauerkleidung wird gebeten.

Text und Realisation: Hannah Zufall
Ausstattung: Sarah Sauerborn
Regieassistenz: Ursel Weikert
Dramaturgie: Ilja Mirsky
Von und mit: Anaela Dörre, Mario Högemann, Thea Rinderli, Christopher G. Wittkopp

Wir haben uns entfremdet von unserem alten Freund Hein. Er riecht ja auch etwas streng und neigt zu einem recht makabren Humor. Vor allem will er sich partout nicht in unser sorgsam gepflegtes Leben integrieren. Kaum einer lädt Freund Hein noch gern zu sich nach Hause ein. Auf Partys will keiner mit ihm tanzen. Also trifft man ihn immer seltener und niemand erwähnt ihn gerne. So versteckt er sich diskret in Krankenhäusern und Hospizen und fährt in unauffälligen Lieferwagen. Doch wir werden ihn nicht los. Freund Hein wird stets den letzten Beitrag in unserer timeline schreiben.
Gerade in Zeiten, in denen wir meinen, alles mehr und mehr steuern zu können, ist der Tod eine Zumutung geworden, die wir möglichst weit von uns fernhalten wollen. Wir glauben, mehr mit der glatten Oberfläche eines Smartphones zu tun zu haben als mit dem toten Vogel am Straßenrand. Wer schreibt schon sein Testament in jungen Jahren oder macht sich Gedanken über seinen facebook-Nachlass. Wer weiß schon, was eigentlich passiert in den letzten Tagen und Stunden unseres Daseins und dass uns ausgerechnet die eigene Netzhaut lange überlebt. Vielleicht geht es deswegen mit blindem Vertrauen ins Jenseits. Für alle anderen endet es bereits im Krematorium. Aber ist das ein Grund, auf Friedhöfen nur noch traurig und leise zu sein? Es gab Zeiten, wo es äußerst beliebt war, mit Freund Hein zwischen Gräbern zu feiern und zu tanzen. Doch der Tod ist schüchtern und still geworden und weicht aus dem öffentlichen Leben – mehr als Zeit, mit einem theatralen Trauerzug auf seinen Spuren zu wandeln.

*Einführung im Foyer ab 19.30 Uhr + Nachgespräch im Anschluss

In Kooperation mit den Kommunalen Servicebetrieben, Bereich Friedhofswesen, Stadt Tübingen

Location

Zimmertheater Tübingen
Bursagasse 16
72070 Tübingen
Germany
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Seit über 60 Jahren begeistert das Zimmertheater Tübingen seine Besucher mit Produktionen, die noch lange in Erinnerung bleiben. An der malerischen Neckarfront gelegen, bietet das Gebäude gemütlich Platz für 140 Besucher und trägt damit zum ganz außergewöhnlichen Charme des Theaters bei.

1958 fand das Freie Theater Thespiskarren in den ehemaligen Laborräumen der Trapp’schen Apotheke seine feste Spielstätte. Hervorragende Theaterleitungen, die den Gründern Heinz E. Johst, Werner Johst und Tom Witkowski nachfolgten, bringen dem Zimmertheater seinen ausgezeichneten Ruf ein. Eine seiner blühendsten Phasen erlebte das Theater unter dem Intendanten Salvatore Poddine, der dort ab 1967 als künstlerischer Leiter beschäftigt war. Der Erfolg seiner Aufführungen reichte über die Landesgrenzen hinaus und Poddine trat mit der Theatergruppe des Zimmertheaters europaweit auf. Weitere Intendanten waren Helfrid Foron, Siegfried Bühr, Hartmut Wickert, Thomas Bockelmann sowie Crescentia Dünßer und Otto Kukla. Ab 1998 änderte das Theater seinen Kurs und arbeitete mit einem wechselnden Ensemble, das von Zeit zu Zeit von Theatergrößen wie Bruno Ganz, Peter Stein oder Edith Clever ergänzt wurde. Die Intendanten Axel Krauße und Christian Schäfer kehrten jedoch wieder zu den Wurzeln des Theaters zurück. Ihre erste Theatersaison spielten sie 2007 wieder mit einer festen Gruppe und vielen Ur- und Erstaufführungen. Die Intendanz wechselte mit dem 60. Geburtstag des Theaters zur Spielzeit 18/19. Dieter und Peer Ripberger nehmen sich als junges Intendantenteam der Aufgabe an, die progressive Theatergeschichte des Zimmertheaters fortzuschreiben – festes Ensemble und dezidiert zeitgenössische Ausrichtung inklusive.

Das Zimmertheater Tübingen liegt im Herzen der Altstadt. Somit bietet sich die Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Das Theater ist etwa 550 m vom Hauptbahnhof entfernt und daher schnell zu Fuß zu erreichen. Das Neckarparkhaus ist die nächstgelegene Parkmöglichkeit.