Ensembling • Uraufführung

Alice Chauchat  

Uferstr. 23
13357 Berlin

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Event organiser: Uferstudios GmbH, Uferstr. 23, 13357 Berlin, Deutschland

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Event info

Die choreographischen Scores von Alice Chauchat aktivieren paradoxe Beziehungsgeflechte: distanzierte Intimität, aufmerksame Autonomie, unpersönliches Engagement. Der Bühnentanz wird dabei zum Grenzgebiet zwischen Wahrnehmung und Produktion (oder Empfindung und Ausdruck), zwischen einem Sinn für das Selbst innerhalb einer Gruppe und der Auflösung dessen in dieser. Ensembling entwickelt sich aus zwei Ansätzen heraus: „Tanzen als Zuhören“ (dancing as listening), in dem Letzteres zu einer expressiven Aktivität wird, sowie „nicht-formalem Einklang“
(non-formal unison), der unsere Fähigkeit untersucht, herauszufinden, was uns außerhalb von Vergleichsstrukturen zusammenhält. Anstatt endloser Differenzierungen entsteht so eine Aufmerksamkeit für Beziehungen, die sich ständiger Systematisierung entziehen.

Seit 2014 hat sich diese Arbeitsform in eine von Hunderten von Menschen (Tänzer*innen und anderen) geteilte gemeinschaftliche, ethische und ästhetische Praxis entwickelt. Einige der Scores (Telepathic Dance,
Dance of Companionship, Dancing as Listening) wurden bereits als Teil von Solo Performances öffentlich aufgeführt: Togethering, a Group Solo (2015), Walk + Talk (2017), Approximations (2018). Ensembling ist nun die erste Gelegenheit, diese Arbeit in einem Gruppenstück zu zeigen, das die Beziehung zwischen Performer*in und Publikum neu definieren muss.

„Tanzen als Zuhören“ stellt den Tanz als aktive Wahrnehmung, als aktives Denken und als aktive Vorstellungskraft dar. Eine Person ganzheitlich als wahrnehmendes Organ zu betrachten, bedeutet auch, sie in Verbindung mit ihrer Umgebung zu sehen und dementsprechend fähig, auf diese zu reagieren. Die Praxis aktiven Zuhörens, wie bspw. Pauline Oliveros’
„Deep Listening“, rief jüngst neues Interesse hervor. Oliveros’ Plädoyer „eine von allen gehörte Atmosphere der Öffnung zu schaffen, in der Zuhören als heilend verstanden wird“, spiegelt dekoloniale Perspektiven wieder, die dem Auferlegen von Zwängen und pre-etablierten Standards einen Fokus der Aufmerksamkeit vorziehen. In Verbindung mit Diskursen des Anthropozäns rekonfiguriert die Idee eines „Deep Listening“ außerdem die Beziehungen zwischen Subjekt und Umgebung und favorisiert gegen-seitige Resonanz und Intra-Action (um Konzepte von Karen Barad und Donna Haraway aufzugreifen) gegenüber pseudo-autonomen Beziehungen zwischen ersteren.


Tänzer:
Alice Martucci,
Arantxa Martínez,
Ewa Dziarnowska,
Kai Evans,
Julek Kreutzer,
Alice Chauchat

Choreografin: Alice Chauchat
Vorleserin: Siegmar Zacharias
Licht- und Raumdesign: Bruno Pocheron und Elliot Blue
Kostüme: Alexander Wolff
Adviser: Jennifer Lacey
Produktionsleitung: Micaela Kühn Jara

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds in Kooperation mit
Tanznacht-Forum, im Rahmen von apap Performing Europe 2020, kofinanziert durch das Creative Europe Programme der EU,
mit Gastfreundschaft von HZT, Berlin.

Foto: Alexander Wolff

Location

Uferstudios
Uferstraße 23
13357 Berlin
Germany
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Früher befanden sich in dem schlichten Klinkergebäude im Wedding die Werkstätten der Berliner Verkehrsbetriebe, seit 2010 jedoch dienen die atmosphärischen Räumlichkeiten Tänzern, Künstlern, Studierenden und Dozierenden als einzigartiger Ort des Ausprobierens, Produzierens und Studierens.

Die Uferstudios liegen direkt am Ufer des Flüsschens Panke und bestehen aus 16 großzügigen Studios, Künstlerateliers und Büros, die Künstlern, Tänzern und Choreographen viel Freiraum für die Entwicklung und Umsetzung neuer künstlerischer Ideen und Methoden bieten und langfristige Entwicklungschancen sichern. Auch als Ausbildungsstätte werden die Uferstudios vom Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz (HZT) gern genutzt. Ein künstlerisches Miteinander, das auch das Publikum einschließt, wird von den Uferstudios gewollt und unterstützt.

Die Uferstudios sind ein außergewöhnlicher, lebhafter und aufregender Ort, welcher vor allem als Produktionsstätte für zeitgenössischen Tanz dient und von neuen Ausdrucksweisen und Konzepten lebt. Diese treten in den Studios miteinander in Kontakt, verbinden sich und stellen so ihrerseits wieder Inspirationen zu originellen und unkonventionellen Möglichkeiten der Umsetzung dar.